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Frage der Woche: Wird München überschätzt?

Was München so lebenswert macht
Hans-Werner Sinn
Sonntag, 02. März 2008
In München sind Wissenschaft und Kunst zu Hause. Die Sonne scheint öfter als in anderen Städten. Und: Die Münchener haben immer sorgfältig auf ihre historischen Gebäude geachtet.
Als mein Amtsvorgänger Prof. Hans Möller nach dem Krieg für die amerikanische Besatzungsmacht die Wohnungen in der Münchner Innenstadt registrieren musste, fand er gerade noch eine einzige, die bewohnt war. Wie auch die anderen Städte Deutschlands war München nur noch ein großer Steinhaufen, aus dem einzelne Gebäude und Fassaden herausragten. Den Neuaufbau hätte man kostengünstig nach neuen Plänen realisieren können, wie das vielerorts geschah.
Nach dem Krieg haben die Münchener alle Gebeude so aufgebaut, wie sie vorher waren.
Nicht so mit Bürgermeister Thomas Wimmer. Er setzte durch, dass alles genau wieder so aufgebaut wurde, wie es war, denn er wusste, dass der klügste Architekt auf dem Reißbrett nicht verbessern konnte, was in Jahrhunderten gewachsen war. Auch die Bayerische Staatsregierung verfolgte diese Linie. Allein der originalgetreue Wiederaufbau der total zerstörten Residenz verschlang 220 Mill. Euro. Sie taten Recht daran, denn so wurde die Stadt erhalten, die bei internationalen Städterankings häufig in der Spitzengruppe der lebenswertesten Städte abschneidet. Nach Reader´s Digest ist München die Nummer 3 hinter Stockholm und Oslo, und in einer vergleichenden Studie der Zeitschrift Monocle, wie kürzlich in der New York Times und der International Harold Tribune zu lesen war, ist es gar die Nummer 1 der ganzen Welt.
Neben der Pflege des historischen Erbes gibt aber noch viele andere Gründe für die Spitzenposition. Dazu gehört auch der enorme Schub, den die Stadt durch die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele von 1972 erhielt. U- und S-Bahn-System, Fußgängerzonen, Stadien, Straßentunnels und viele andere Investitionen zur Vorbereitung auf die Spiele trugen das Ihre zur Erhöhung der Lebensqualität bei. Im Inneren Münchens findet man keine Hochstraßen, die die Stadt zerschneiden wie in Hannover oder Magdeburg, wo ein fragwürdiger Geist der Moderne sich hemmungslos austoben durfte. Alles, was hässlich, aber notwendig ist, wurde in München unter die Erde verbannt.
München hat sich behutsam modernisiert
München setzte auf die behutsame Modernisierung, die von Respekt vor den Bauten früherer Generationen getragen war. Innerhalb des Mittleren Rings, immerhin ein Gelände von 6 bis 8 km Durchmesser, durften keine Hochhäuser gebaut werden. Das einzige Hochhaus an der Münchner Freiheit, das nach dem Krieg errichtet worden war und von dem aus die bekannten München-Bilder mit den Bergen im Hintergrund geschossen wurden, musste später wieder auf Normalmaß heruntergestutzt werden.
München hatte historisch überhaupt keine Standortqualitäten. Dass es neben so prächtigen Städten wie Nürnberg, Freising, Augsburg oder Passau entstehen konnte ist einer politischen Entscheidung Heinrichs des Löwen zu verdanken, der die Isar-Brücke bei Freising zerstörte, und bei einem Mönchskloster, der Villa Munichen, eine neue Brücke bauen ließ, um von den Augsburger Salzhändlern Zollgebühren kassieren zu können. Was die Stadt heute ausmacht, ist von Menschenhand geschaffen und gehört zu dem, was man die weichen Standortfaktoren nennt.
Ludwig I. hat aus der Stadt ein kleines Athen gemacht
Gerade deshalb konnte München zu einer Metropole des Geistes werden. Schon unter Ludwig I zog es preußische Wissenschaftler in Scharen nach München. Die zwei Eliteuniversitäten der Stadt, die Zentrale der Max-Planck-Gesellschaft, das Genzentrum, das Zentrum der deutschen IT-Industrie, die Medienwirtschaft, das Weltzentrum der Rückversicherung und die vielen Zentralen von DAX-Unternehmen, die man in München findet, zeugen davon, wie wichtig auch heutzutage die weichen, immateriellen Standortqualitäten sind. In ökonomischer Hinsicht war die Betonung dieser Qualitäten kein Schaden. Mit einem Bruttoinlandsprodukt je Einwohner in Höhe von 53 Tausend Euro lag München im Jahr 2005 unter 440 kreisfreien Städten, Landkreisen und Stadtstaaten an 12-ter Stelle in Deutschland, und dank des Münchener Umfeldes gehört Oberbayern heute zu den zehn reichsten Regionen Europas.
München wäre nicht das geworden, was es ist, wenn es nicht Ludwig I gegeben hätte, der das von Napoleon gerade erst vom Herzogtum zum Königreich aufgewertete Bayern von 1825 bis 1848 regierte. Begeistert von den Bauwerken der Antike ließ der kunstsinnige Monarch um den Königsplatz ein kleines Athen entstehen und erlaubte es seinem Baumeister Leo von Klenze, in der Ludwigstraße ein neues Florenz zu errichten. So wie Verona als die südlichste Stadt Deutschlands gilt, ist München die nördlichste Italiens. Kein Wunder, dass in der Stadt mehr als 40 Tausend Italiener und Griechen sesshaft wurden.
Einwanderer und Touristen beleben München
Überhaupt ist München eine Stadt, die sehr von der Zuwanderung profitiert hat. Nach dem Krieg kamen viele Tausende Sudetendeutsche, die mit ihrem Fleiß und Können erheblich zum Wiederaufbau und zur wirtschaftlichen Entwicklung Münchens beigetragen haben. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs dominiert die Immigration aus Süd- und Osteuropa. Mehr als ein Drittel der Münchner Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund.
Hinzu kommen die vielen Touristen, die die Stadt besuchen. Mit 8,9 Millionen Übernachtungen im Jahr 2006 wird München nur noch von Berlin übertroffen. Viele kommen wegen der Museen, von denen München in der Tat sehr viele hat. Die alte Pinakothek, die neue Pinakothek, die Pinakothek der Moderne, das Haus der Kunst, das Lenbachhaus und viele andere Kunstmuseen bergen ungeahnte Schätze, zu denen Heerscharen von Besuchern pilgern. Das Deutsche Museum bietet in Europa den umfassendsten Überblick über die Entwicklung der Technik von der Antike bis in die Gegenwart. Nur das Smithsonian National Air and Space Museum in Washington bietet Vergleichbares.
München ist eine pulsierende Metropole der darstellenden Künste. Neben den weltweit bekannten Bavaria Filmstudios gibt es zwei Opern, viele Theater und eine Fülle von Kabaretts und Kleinkunstbühnen. Dem berühmten Komiker Karl Valentin, der mit seinem tiefsinnigen Humor zu den Wegbereitern des absurden Theaters zählt, haben die Münchner ein Denkmal auf dem Viktualienmarkt und ein eigenes Museum gewidmet.
Und am Wochenende: ins idyllische Alpenvorland oder ein prächtiges Kloster
Zur Lebensqualität der Stadt trägt ihr Umfeld maßgeblich bei. Die Seen im Süden mit ihren Ausflugsschiffen und die Königsschlösser, für die Ludwig II die Staatskasse geplündert hatte, prägen das Bild des Alpenvorlandes genauso wie die von steinigen Böden erzwungenen Wiesen mit ihren malerischen Bauernschaften und den Kirchen mit den Zwiebeltürmen mittendrin. Dazu kommen die vielen prächtigen Klöster und die Kleinstädte mit ihren barocken Marktplätzen und winkeligen Gassen, die von langer Tradition zeugen.
Schon vor 100 Jahren, nachdem ein dichtes Eisenbahnnetz zu den umliegenden Städten geschaffen war, zog es die Münchner am Wochenende zum Wandern in die Sommerfrische. Man brachte seine Brotzeit mit und verzehrte sie bei einer frischen Maß in den Biergärten. (Ja, es ist die Maß, nicht das Maß oder der Maß, wie einmal Wirtschaftsminister Rexrodt unter lautem Gelächter der Anwesenden meinte.) Wer heute am Wochenende mit dem Auto in die Sommerfrische fahren möchte, wird die Idylle angesichts der vielen Staus vielleicht nicht mehr ganz so empfinden, aber er ist selber schuld. S-Bahn und Zug bringen einen noch immer ungestört zu den schönsten Biergärten der Gegend.
Die Biergartenkultur, die sich von München aus in der ganzen Welt verbreitet hat, hat übrigens ökonomische Gründe. Zur Kühlung der unterirdischen Bierlager wurden Kastanien gepflanzt, und im Schatten der Kastanien ließ man es sich gut gehen, wenn das Wetter mitspielte.
Mehr Sonne als in anderen Städten
Das tut es in der Tat sehr häufig. Dank des Föhns hat München mehr Sonnentage als die anderen großen Städte Deutschlands. Der Föhn ist ein Wind, der manchmal aus Italien kommt, bei seinem Weg über die Berge abregnet und dank der so entstehenden Kondensationswärme im Norden der Alpen wärmer ist als im Süden. Bei einigen verursacht er Kopfschmerzen, weil er plötzlich kommt und recht wenig Sauerstoff enthält, aber die meisten können die herrliche Föhnluft und den Sonnenschein genießen, nicht zuletzt die vielen Touristen, vor deren Blick sich das Alpenpanorama öffnet. Ein alteingesessener Münchner kommentierte den Föhn einmal mit dem Satz: "Heut hams das Gebirg für die Preißn wieder hergschobn."
Den Föhn genießen die Münchner nicht nur in den Biergärten und bei Wanderungen, sondern auch an den Isarstränden im Süden der Stadt, wo insbesondere die Jugend fröhliche Partys feiert. Die Nackedeis der Isarstrände, die an die griechischen Schönheiten aus der Glyptothek Ludwigs I erinnern, ziehen im Sommer bis in den Englischen Garten hinein, wo sie sich ungezwungen unter wohl situierte Bürger mischen, die dort promenieren. Der Englische Garten ist der größte Stadtpark Europas, aber er ist nicht der einzige Park Münchens. Überall in der Stadt findet man öffentliche Gärten und Grünflächen. Besonders schön ist der barocke Nymphenburger Schlosspark. Im Münchner Stadtbild begegnet man auch heute noch bezaubernden und anmutigen Frauengestalten, wie sie Ludwig I für seine Schönheitengalerie im prachtvollen Schloss Nymphenburg portraitieren ließ.
Die Münchner sind nicht prüde, und sie verstehen es zu leben. Das Oktoberfest kennt jeder, aber wer nicht in Tracht auf den Bänken mitgetanzt hat, der weiß nicht, was es wirklich bedeutet. Alle sozialen Schichten kommen dorthin und feiern die letzten Tage des Sommers gemeinsam. Das Gefühl, eins zu werden mit den Massen und sich bei Musik und gutem Bier gemeinsam zu berauschen, kittet die Gesellschaft mehr als jedes Sozialprogramm. Dass es neben dem Oktoberfest noch viele Gelegenheiten gibt, das Brauchtum zu pflegen, sei nur am Rande erwähnt. Dazu gehören die Maibaumfeste und die Bauerntheater genauso wie die fünfte Jahreszeit zum Ausgang des Winters, wenn das Starkbier ausgeschenkt wird. Dann treffen sich die Münchner zum Politiker-Derblecken am Nockherberg, und die Bauern der umliegenden Gemeinden finden in ihren Trachten zum Steinelupfen zusammen.
Es werden viele Klischees über München verbreitet, und sie stimmen fast alle. Die Bilder von Laptop und Lederhose und von der Bussi-Gesellschaft, die auch den prüdesten Preußen sogleich in ihren Bann zieht, sind völlig korrekt. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Contra: München
Claudius Seidl
Sonntag, 02. März 2008
Wer München hasst, hat kein Herz, keinen Geschmack – und keinen Sinn für Schönheit. Wer München aber liebt, hat allen Grund zu verzweifeln an den Zuständen in der schönen, kleinen Stadt. München zehrt von seiner Substanz, statt neue Substanz zu schaffen.
München verdankt, was es ist, erstens den Wittelsbachern, jener kunstsinnigen Familie, die aber seit fast genau neunzig Jahren nicht mehr an der Macht ist, was man Münchens Architektur langsam anzumerken beginnt.
Und zweitens ist Adolf Hitler an allem schuld, was der "Spiegel", in seiner ersten, der mittlerweile schon wieder legendären München-Titelgeschichte so beschrieb: "Es gibt in Deutschland nur eine Stadt, der Adolf Hitler versprach, sie groß zu machen – und die es dann trotzdem geworden ist." Was einfach daran lag, dass, nach dem Krieg, die Lage in Berlin so unsicher war, dass das Kapital und dessen Eigner ihr Heil in München suchten, wo die Amerikaner waren. Und die Berge, die Seen, Italien um die Ecke.
München wehrt sich gegen alles, das wie Größe aussieht
Inzwischen haben sich aber die Verhältnisse geändert, was die ganze Welt bemerkt zu haben scheint. Nur eben München nicht, das den Schlaf der Selbstgerechten schläft: Berlin ist nicht mehr umzingelt von Feinden; und groß ist es sowieso. Hamburg will jedenfalls größer werden. München dagegen wehrt sich gegen alles, das wie Größe aussieht.
Erst verhinderte der ehemalige Oberbürgermeister Kronawitter, per Volksbegehren, dass jemals wieder ein Haus gebaut werden kann, welches höher als 100 Meter wäre. Dann verhinderte die superspießige rot-grüne Stadtratsmehrheit den Bau der architektonisch ambitioniertesten Wohnsiedlung Europas. Und jetzt, nach den miesen Wahlergebnissen, hat nicht einmal die CSU mehr die Kraft, jenen Transrapid durchzusetzen, der Münchens schnellste Bahn in die Zukunft hätte werden können.
Niklas Maak hat, weil die schönsten Neubauten Münchens eine Aussegnungshalle und die sogenannte BMW-Welt sind, neulich in der FAS geschrieben, dass man schon tot oder ein Auto sein müsse, um in München anständig unterzukommen. Und genau das ist das Elend: Münchens Neubauviertel sind so hässlich, dass ich heulen könnte. Münchens Altbauviertel sind unbezahlbar geworden. München ist unbewohnbar wie eine Postkarte: ja, man kann sehr schön spazieren gehen zwischen all dem Barock, dem Klassizismus, unter dem prächtigen weißblauen Himmel. Man sucht sich aber besser eine Wohnung in Nürnberg, das, seit die ICE-Strecke heftig beschleunigt wurde, nur noch eine Stunde entfernt ist.
Deutschlands zweite Stadt ist Köln - nicht München
Was die Hauptstadt angeht: die mag man in München nicht besonders, was ja auch richtig und verständlich ist. Zu dumm aber von den Münchnern, dass sie noch nicht einmal merken, dass Berlin trotzdem eine Herausforderung ist. Fast jedes Land hat eine sogenannte zweite Stadt, die ja oft die schönere, die lustigere, die lebendigere ist. Mailand, Krakau, Barcelona. Die zweite Stadt in Deutschland, die unberlinerische, lustige, freundliche Stadt: Das ist in diesen Tagen aber Köln. Während München so tut, als dauerten jene (man möchte fast sagen: ehemaligen) achtziger Jahre an, in denen ohnehin alle in München waren.
Kaum einer spricht noch Dialekt
München muss sehr münchnerisch gewesen sein in den fünfziger und sechziger Jahren: katholisch, bisschen schlampig, sinnenfroh und kunstsinnig auf eine sehr unernste Art. Und genau das war die Basis, der Grund, auf welchem München international werden konnte nach den Olympischen Spielen, in den siebziger und achtziger Jahren. Heute aber hat München seine münchnerische Eigenart so gut wie aufgezehrt; kaum jemand spricht noch Dialekt, kennt den Festtagskalender oder kann sich daran erinnern, wie ein gesottener Kalbskopf schmeckt. Und die Internationalität, die ist zwar nicht verschwunden. Aber sie muss heute konkurrieren mit Berlin.
Und so steht das schöne München auf der bayerischen Hochebene, im Glanz des Himmels scheint sich noch immer Italien zu spiegeln, der Föhn riecht, wenn man nur fest daran glaubt, nach Macchia und Meer, und dass man davon trotzdem traurig wird, liegt daran, dass, wenn alles so weitergeht, hier immer alles so weitergehen wird. Münchens Zukunft, das ist mein Alptraum, läuft aufs München-Museum, den München-Park hinaus.

Montag, 24. März 2008, 15:55:06
Irene Henning aus Berlin: München
München ist heute zu recht im Ranking an der Spitze, da die Landes-CSU - zwar zu ihren Lasten, aber zum Wohle der Stadt - die miefige Spießbürgermentatlität der regierenden SPD seit jeher korrigiert.
Was München heute ausmacht ist fast ausnahmslos gegen den Willen der SPD gelaufen. Wenn dann der Erfolg kam, warf sich die SPD für ihre Weitsicht, klugen Entscheidungen und den Erfolg in die Brust. Womit allerdings auch eine ziemliche Provinzialität der Münchner bewiesen wäre, diesem ewigen Verhinderertum der SPD auf den Leim zu gehen. Sollte der Transrapid z.B. doch noch gebaut werden, wird man dieses Phänomen wieder beobachten können.
Sollte die CSU nicht mehr eindeutig die Belange Bayerns und damit auch der Landeshauptstadt gestalten können, wird München seine Attraktivität verlieren. Anders als Berlin mit seinen provinziellen Politikern ist München eben "nur" Landeshauptstadt.

Samstag, 22. März 2008, 09:05:46
Adi Hagelüken: Verregnete kleinstädtische Idylle
Ich habe aus beruflichen Gründen vier Jahre in München gelebt und war immer wieder überrascht, dass man sich in einer so großen Stadt wie in einer Kleinstadt fühlt.
Das Wetter war all die Jahre eine Katastrophe und dies belegen auch diverse Statistiken. So regnet es in München 173, in Berlin 181 und in Frankfurt 111 Tage im Jahr. So viel zum subjektiven Empfinden von Herrn Sinn.

Donnerstag, 20. März 2008, 16:59:29
Matthias Eibl aus München: Vielen Dank Herr Sinn...
...für diese historische Zusammenfassung!
Nur leben wir nicht in der Vergangenheit.
Wenn man eine Stadt attraktiv halten möchte, muss man schon den Mut haben Neues zu wagen.
Dass der Bau der achitektonisch wertvollen Wohnsiedlung durch fadenscheinige Gründe gestoppt wurde, war für mich das Zeichen, dass München seine besten Tage hinter sich hat!

Montag, 17. März 2008, 23:52:12
Helge Langheim aus Hannover: Die nördlichste italienische Stadt
Das Bier mag gut sein; aber wenn 3,50€ latte macchiato im Schweppes Glas mit Strohhalm serviert wird, fragt man sich wie kreativ man eigentlich seien muss um sich so etwas auszudenken. (Erlebt im Uni Kaffee)

Sonntag, 16. März 2008, 19:23:19
B. Lehmann aus Ruhrgebiet: München ist der größte und schönste Bauernhof der Welt
Typisch Unternehmensberatung habe ich gedacht, als ich diese Studie las. Die lassen sämtliche soziokulturellen Aspekte einfach aus, prüfen den vielleicht gerade mal die üblichen Standortfaktoren für Unternehmen und kommen zum Ergebnis: Most livable! So ein Schrott!
München ist sicherlich schön vom Ambiente. Aber länger als eine Woche halt ich es in diesem sterilen Mega-Kaff nicht aus. Ich glaube, "M" steht für Mitläufer. Ich habe noch nie soviiele oberflächliche Markenfetischisten getroffen. Es ist überhaupt nicht lebendig Es ist wie ein riesiger Bauernhof. Zudem sollte Berger sich mal das Umland anschauen: München hat da nichts. Köln z.B. hat im 1-Std.-Umkreis noch das gesamte Ruhrgebiet mit 5,5 Mio. Einwohner einschl. Kultur und Forschung dabei. Der ganze NRW-Rhein ist fast wie eine Stadt aus duzenden Teilstädten. So muß man es auch würdigen.

Sonntag, 16. März 2008, 16:48:55
Alex Kellner aus Düsseldorf: München - dass ich nicht lache...!
Allein die Tatsache, sich mit Hamburg vergleichen zu wollen zeugt wieder einmal von der maßlosen Selbstüberschätzung der "heimlichen Hauptstadt" südlich des Weißwurst-Äquators:
wenn man sich nämlich nur mit den umliegenden Kuhdörfern vergleichen muss (da man sich ja nie aus seinem zünftigen Wirtshaus / Apres-ski Hütt'n wagt, kennt man eben anderes nicht) erliegt man schnell der Eindruck, man sei der Nabel der Welt.
Die Veranstaltung ist aber leider auf unterstem Provinz-Niveau, woran auch die Filmsternchen-P1-Bussibussi-Bavariaria überhaupt nichts ändert. Im Gegenteil.
Höchstens ein paar Zugereiste können an ausgewählten Abenden einen Hauch von Berlin aufkommen lassen.
Ganz anders in der Hansestadt, wo seit Jahrhunderten die Welt ein und aus geht und man sich mit vornehmer nordischer Zurückhaltung ob der Stammesrituale der Lederhosenfraktion amüsiert während man nebenbei ganz selbstverständlich alle Schätze fremder Kulturen anlandet.

Donnerstag, 13. März 2008, 20:51:09
Ulrich Meisser aus Dillingen/Saaar: München ist nackt und kalt
Viele begeistert Mündchen, ich kann das nicht nachvoillziehen. Architektonisch ist es aus zweiter Hand: Klassizismus ist nicht Klassik, Neo-Renaissance ist nicht Renaissance und Neo-Gotik (Hauberissers Rathaus) ist nicht Gotik. Die Frauenkirche mutet von außen an wie eine überdimensionierte Dorfkirche und das Antiquarium der Residenz als Renaissancebau ist nur peinlich.
Der Besucher streicht durch lange gerade Straßen genauso wie der Wind an eintönigen Fassaden vorbei auf der Suche nach einer Altstadt, einem Ruhepunkt, und findet keinen. Der letzte Trost ist der Schnellzug nach Augsburg, einer Stadt, in der man nur den Spaten in die Erde zu stecken braucht, um etwas von den Römern zu finden, von Regensgurg ganz zu schweigen.
Vor Jahrzehnten schon bewunderten Besucher aus München Saarbrücken, um zu schließen: "Aber München ist München." Na, wenn das alles ist, bitte! Allein schon der Vergleich einer kleinen Grenzstadt mit der zehnmal größeren "Weltstadt" spricht für sich.

Donnerstag, 13. März 2008, 11:53:38
Chris Hannen aus Düsseldorf: Mangelhafte Infrastruktur geschäftliche und private Luftfahrt
Als nahezu einzige große Stadt Deutschlands und Europas hat München keine praktikable Lande- und Startmöglichkeit für Privat- und Geschäftsflugzeuge.
Bei sämtlichen stadtnahen Flugplätzen (Oberpfaffenhofen, Fürstefeldbruck, Jesenwang, Oberschleißheim, Riehm...) wurden und werden wirtschaftliches Individualinteresse von Anliegern und Immobilieninvestoren (vorwiegende Beweggründe optimierung der Wertentwicklung Ihrer Grundstücke / Neid unter dem Deckmantel "Belastung durch Flulärm" verursacht durch die allgemeine Luftfahrt) über das allgemeininteresse in die Infrastruktur gestellt.
Durch zahlreiche Beschränken sind sie alle für die meisten nicht nutzbar und die einzige derzeitige Alternative ist das über eine Stunde entfernt liegende Augsburg.
München ist damit zumindest in dieser Hinsicht für selbstflieger und Nutzer von Geschäftreiseflugzeugen die unattraktivste Stadt Deutschlands. Reisen dorthin und Geschäfte mit Partnern in München werden soweit möglich vermieden.

Donnerstag, 13. März 2008, 11:21:58
Josef Bujtor: Der Süden!
Der Süden ist mal wieder vorne! Das widerlegt doch die Norddeutsche Behauptung, dass der Süden hinterherläuft. Es ist doch umgekehrt.
Ich habe auch die anderen Städte gesehen, aber Mannheim und Nürnberg haben mir immer am besten gefallen und dann München und Stuttgart.

Mittwoch, 12. März 2008, 14:09:38
Achim Brothergen: Sportfreunde
finde zudem, dass die langweiligen, spießigen "Fußball-Rocker" von Sportfreunde Stiller München im allgemeinen gut repräsentieren. auch wenn es dort sicherlich kreativere musiker und künstler gibt...

Mittwoch, 12. März 2008, 13:30:32
helmut truckenprodt aus München: Kein Wunschziel
Ich wollte Ihnen danken für das Forum über das Städteranking.
Dass München auf diesen Platz gekommen ist, ist nun einmal so, immerhin hätte man in Bayern ein entsprechendes Ergebnis eher nicht veröffentlicht.
Ich habe mich im Grunde über alle Kommentare gefreut. Ich war noch nie ein München-Fan, kenne aber Deutschland und auch Teile Bayerns ganz gut und schätze sie.
Jetzt bin ich beruflich in München, weil ich als (Noch-) Berufseinsteiger hier eine Arbeit gefunden habe, die mir jedenfalls teilweise sinnvoll erscheint.
Ich möchte sagen, dass man hier jedenfalls nichts geschenkt bekommt - und wenn man mal wieder etwas von außen oder anderen über München und das Umland hört, freut man sich einfach.
Auch ausländische Freunde sagten mir: "Here in Munich is so much money but no happiness.
You can't stay too long here".

Mittwoch, 12. März 2008, 10:35:16
Kenzo Römer aus Frankfurt: auch andere Bewertungskriterien
Was die Bewertungskriterien der Studie betrifft sind neben den genannten: Technologie, Talent und Toleranz natürlich auch noch andere wichtig, die die Attraktivität einer Stadt ausmachen und dies auch nicht nur für "Kreative".
Da wären z.B.: Vielfalt an Ausflugszielangeboten (Natur, andere Städte), Verkehrsinfrastruktur (wie schnell kommt man wohin innerhalb der Stadt), Anbindung an einen internationalen Flughafen sowie selbst wo es im Jahresdurchschnitt am sonnigsten und wärmsten ist. Nach diesen Kriterien würde das Ranking anders ausfallen.

Mittwoch, 12. März 2008, 00:12:10
volker knuth aus Hamburg: München überschätzt sich
München? Bis auf die Politiker sind die Leistungsträger überwiegend Zugereiste, außerhalb Bayerns Abgeworbene.
BMW - meine Meinung - ist nur in der Werbung premium, in der Formel 1: Loser, im Tourenwagenrennen gegen Seat: Loser, der Geländewagen wird in der Sahara nicht mehr gemeldet . Er kam mehrfach gar nicht bis zum Ziel.
Als aus einer deutschlandweiten Umfrage auch einmal Hamburg als schönste Stadt hervorging, wurde nach einer Woche München als Nr.1 gemeldet.
Wo wurde gefragt? Im Umland von München!
Volker Knuth

Dienstag, 11. März 2008, 20:01:35
Heinrich Thomsen aus Itzehoe: Dresden statt Leipzig
Dresden ist Moderne und Tradition.
Dresden ist Kultur - ein unglaublicher Reichtum.
Dresden ist moderne Industrie, eine erstklassige Hochschule, Medizin und Technik.
Dresden ist historische Altstadt und alternative Kultur der Nuestadt.
Dresden hat seine städtischen Wohnungen verkauft und ist schuldenfrei.
Dresden ist Poesie und Wein.
Dresden ist die modernste Stadt Ostdeutschlands und auch eine Sammlung bester historischer Gebäude.
Die Frauenkirche hat Symbolkraft.
Die neue Brücke spaltet Tradition und Nuezeit und symbolisiert alle Brüche in dieser Stadt.
Wenn herr Bloching Leipzig aussuchte, dann ist es vielleicht Lokalpratiotismus oder Geschmackssache oder Auftragslage - aber es gibt keinen realen Grund, Leipzig zu bevorzugen außer - die schon vond er Olympiawerbung bekannte Selbstüberschätzung und überzogene Selbstdarstellung.
Das große Hamburg hielt sich damamls nobel zurück. Es wird Zeit, Leipzig realistisch zu betrachten. Leipzig ist verwöhnt.

Dienstag, 11. März 2008, 16:45:57
Peter Lehnen aus Frankfurt: Des Kaisers neue Kleider - München hat nichts an
Wenn München punktet,dass sich Promis dort in ihre Villen-Biotope unter dem Schutz der bayerischen Polizei zurückziehen können,dann sollen sie ruhig dort bleiben.Historische Gebäude?Außer der Marienkirche nichts authentisches.Alles nur kopiert.
z.B.Residenz eine Kopie vom Palazzo Pitti in Florenz.Italienische Lebensart?Können nur Leute behaupten,die Italien nicht kennen bzw glauben,dass man Italien in der Pizzeria um die Ecke findet.Wann steht jemand auf und hat den Mut zu sagen,dass München spießig,beschränkt und nicht ohne Grund die Hauptstadt der Bewegung gewesen ist?Übrigens sind die Gebäude dieser Periode auch authentisch münchnerisch.Dann lieber Frankfurt mit seiner Vielfalt.Wir haben keine Nackten im Englischen Garten,dafür sind wir im Kopf freier.Oder Köln mit seiner(echt italienischen)Lebensart.In München läuft die U-Bahnwache mit Pistolen herum.Herr Putin würde München lieben.Die Bayern halten von Demokratie soviel wie der Durchschnittsrusse.Einer muss sagen wo's lang geht

Montag, 10. März 2008, 23:46:43
Tim Loebing aus Dresden: Touristen
Damit steht mein Ranking und beweist, die drei größten Städte sind auch die schönsten und so wird’s auch im Ausland gesehen. Berlin ist Lebensfreude pur, Hamburg die grünste Stadt Deutschlands sowie das Tor zur Welt und München architektonisch ein Traum. Damit können provinzielle Städte wie Stuttgart, Nürnberg, Düsseldorf definitiv nicht mithalten!
Diese Studie ist mehr als fragwürdig, wie alle Studien halt.
Vielleicht sollte man einfach nach Fakten gehen! Fakt ist, Berlin zieht am meisten Touristen an, gefolgt von Hamburg und München.

Montag, 10. März 2008, 19:28:57
christian freytag aus Leipzig: Sportfreunde Stiller repräsentativ?
Die armen Jungs von den Sportfreunden sind ja wohl gar nicht repräsentativ für eine so versnobbte Stadt wie München. Jungs, ihr seid viel zu cool für München und würdet wohl eher nach Berlin passen.
Dort spielt das Leben und es existiert eine Künstlerszene, die es sich noch leisten kann, relativ frei von materiellen Zwängen zu schaffen. Wohlstand ist nocht alles und das ist leider das Einzige, was München zu bieten hat.
Das meine Wahlheimat Leipzig auf den Letzten Platz gelangt ist, zeigt auch, dass die Studie viele Kriterien wie Geschichte, Kunst, Kinderfreundlichkeit, Natur, Individualität uvm. nicht einbezogen hat.

Montag, 10. März 2008, 16:04:44
Achim Brothergen aus unwichtig: Die Kreativen???
Roland Berger muss erstmal seine Hausaufgaben in empirischer Sozialforschung richtig machen!
"Rechtsanwälte, Investmentbanker, Ingenieure, Wirtschaftsprüfer und Werber, aber auch Musiker, Wissenschaftler und Modeschöpfer" alle in einem Topf zu schmeissen und als kreative Klasse zu kategorisieren ist echter Schwachsinn!
Sie alle gehören vielleicht zur gebildeten, teils ökonomisch wichtigen und einkommensstarken Gruppe aber nicht zur "kreativen klasse". So kann man natürlich die kuriosen Ergebnisse der Studie erklären. München ist vielleicht eine schöne, aber bestimmt keine besonders "kreative" Stadt, wenn man mal von der Kreativgruppe der Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer absieht.

Montag, 10. März 2008, 09:26:55
Philipp Hottinger aus Frankfurt: Schrott
Ich muss mich meinem Vorredner anschliessen und meinen Kommentar nicht etwa der Fragestellung an sich widmen sondern ihrem Hintergrund.
Es gibt Tatsachen die kann man in Zahlen ausdrücken.
Darunter gehören Einwohnerzahl, Anzahl der Unternehmen, Größe der Unternehmen, Arbeitslosigkeit und vieles mehr.
Doch eine Sache - da bin ich mir sicher - kann man nicht in Zahlen ausdrücken: Und zwar die Kreativität! Denn die Kreativität mag zwar von einigen Zahlen abhängen wie zB Anzahl der neu angemeldetet Patente doch Kreativität ist subjektiv.
Denn jede dieser Städte hat ihren eigenen, einzigartigen Flair und er lässt sich sicherlich nicht daran messen wieviele Sieger diese beim Bundeswetbewerb für Jugend forscht hervorgebracht hat oder wieviele eingetragene Lebenspartnerschaften in der Region bestehen (beide "Faktoren" sind Bestandteil der Studie)
Deswegen will ich zum Abschluss noch einmal meine Überschrift wiederholen die meine ganze Meinung zu diesem "Zeitungsartikel" widergibt: Schrott

Sonntag, 09. März 2008, 22:44:13
Marco Pino aus Frankfurt a. M.: Just another Ranking...
Was dieses Ranking versucht, auszudrücken, ist eigentlich viel zu subjektiv, als dass man es mit Daten be- oder widerlegen könnte. Ich persönlich zum Beispiel würde niemals freiwillig nach München ziehen, die Stadt und die Leute sind mir viel zu bieder.
Ich war auch in der komfortablen Situation, mir eine neue Heimat quasi aussuchen zu können, und habe mich mit Freude für FFM entschieden. Mir gefält FFM, gerade weil es nicht so bieder, so deutsch, so altmodisch ist, sondern modern und weltoffen.
Doch das wäre natürlich ein Skandal, wenn gerade die undeutscheste Stadt in einem solchen Ranking gewinnen würde, und gleichermaßen unglaubwürdig, wenn dies in einer Studie der Frankfurter AZ geschähe.
Anders sieht es aus, wenn solche Studien von aussen erfolgen, zB der Livcom Award, wo FFM und Ddorf in Sachen Lebensquaöltität vor Sgart, HH und München gelandet sind. Da fragt man sich: Misst hier eigentlich jeder was ihm passt?
Und gibt es auch ein "Ranking der zutreffendsten Rankings

Sonntag, 09. März 2008, 19:43:11
Michael Maas aus Bonn: Überschätzt
ich habe mehrere Jahre in München gelebt. Die Stadt ist herrlich zum besuchen, wenn man dort wohnen möchte nervt sie aber durch
- die Unfreundlichkeit, das sog. granteln. (" Du musst schon schau' dass' weiterkimmst ....)
- die Rücksichtslosigkeit untereinander (Ellenbogenhausen)- die überlaufenen Freizeitangebote (an einem schönen Tag fluten die Einwohner der Millionenstadt die nahen (Vor) Alpen
- die Mietpreise möchte man nicht erwähnen ...
Positiv
- Die Münchner Verwaltung ist gut: schnell, effizient, ja sogar freundlich (Ausnahmen betsätigen die Regel ...)
- Die MVV: sauber und schnell, allerdings nicht mehr ganz ungefährlich, wie man hört ...
Zusammenfassen: Ich bin froh, dass ich weg bin ...

Sonntag, 09. März 2008, 19:23:01
Arnold Voß aus Berlin: Provinz
Ich behaupte hier einmal, dass ein großer Teil der sogenannten "Kreativen" die entscheidenden Jahre zur Entwicklung ihrer als so positiv geltenden Eigenschaften eben nicht dort verbringt, wo sie sie später produktiv und erfolgreich zur Anwendung bringen.
Wenn meine Behauptung stimmt, dann sind die lokalen Produzenten von Kreativität zu einem großen Teil nicht die Städte, die in der Studie genannt werden, sondern die in dieser Untersuchung systematisch ausgeblendete sogenannte Provinz. Wo ist eigentlich Roland Berger zur Schule gegangen?
Die eigentliche Frage muss doch lauten: Wo und wie "entstehen" kreative Menschen und nicht, wo landen sie, wenn sie kreativ geworden sind bzw. wenn sie mit ihrer Kreativität auch Geld verdienen können, müssen oder wollen.

Sonntag, 09. März 2008, 18:54:01
Robert Schrey aus Spitzbergen: Seltsam Fragestellung
Die Kreativen sind natürlich - genau wie ihre Pendants, die Destruktiven - ständig unterwegs. Allerdings, im Leben muß man Kompromisse machen und so finden wir, die kreativste Stadt ist ... Göttingen.

Sonntag, 09. März 2008, 18:51:57
Klaus Preising aus Münchener Umland: Ja, aber
Hand aufs Herz: Das Schönste in Deutschland und seinen "Metropolen" ist doch, dass es mehrere davon gibt. Eine späte Gnade der Zersplitterung und des Föderalismus ist doch die enorme Vielfalt und der Wettbewerb untereinander. Aber: Wenn man denn schon wählen müsste, ich würde letztlich doch immer wieder München als die lebenswerteste unter den Städten Deutschlands wählen.
Mit ganz knappem Vorsprung allerdings nur. Denn eines stimmt mich trotz aller unaufgesetzten Fröhlichkeit in dieser Stadt bedenklich: Die architektonische Beliebigkeit, mit der nach Barock und Klassizismus nur bescheiden mutige Anleihen aus der Moderne gezogen werden. Was aber herausragend ist: Die Stadt hat eine gut funktionierende Infrastruktur (außer der S-Bahn im Winter), sie ist auffallend ist sauber und sicher. Die Sicherheit der Bürger scheint mir auch ein "urbanes Argument" für eine funktionierende "polis" zu sein.

Sonntag, 09. März 2008, 18:18:55
Karl-Heinz Andresen aus Hamburg: Die beste Provinzstadt in Deutschland - Europa gar ?
Nach sieben Jahren Süddeutschland in die alte Heimat HH zurückgekehrt bleibt festzustellen:
München ist wunderbar und liebendwert!
Ein großes Provinzstädtchen mit angenehmer Nähe zu Österreich, Schweiz und - nicht zu vergessen - Liechtenstein, Ländern, die ihre Bürger mehr achten und lieben als das preußisch geprägte Germanien. Da färbt schon etwas ab auf die bayerische Lebensart und das Klima in der Stadt.
Historisierende Architektur ist nicht per se schlecht - im Falle München wird im Gegenteil Gutes bewirkt: Es ist gut, wo es eben hinpaßt - und nach München paßt es recht gut und ist Teil der besonderen Lebensqualität.
Was fehlen mag, bleibt die Weltläufigkeit und Internationalität, der Zugang zu Globalisierung und dem "world-village". Da reicht eben die löbliche
Förderung von high tech und die dritte Start- und Landebahn im Hallbergmoos nicht aus - bleibt doch bei allem diese großartige Stadt München die schönste Provinzstadt in Deutschland - auch eine Auszeichnung.

Sonntag, 09. März 2008, 17:32:25
Andreas Neubert aus Köln: Ranking-Wahn
Ich bin diese ganzen Rankings ehrlich gesagt so was von über. Alles und jedes muss heutzutage "gerankt" werden. Unis, Städt, Bundesländer, und, und, und.
Das Problem mit diesen Rankings ist es, dass sie eine Verläßlichkeit des Urteils suggerieren, die sie gar nicht haben können.
Der Grund liegt im jeweiligen Gegenstand selbst der gerankt wird: Städte, Unis, Bundesländer usw. zu ranken kann nie objektiv sein dafür sind sie zu komplex. Bevor ich ein Ranking lese frage ich mich immer: Wer rankt da, nach welchen (wie gewichteten) Faktoren und mit welchem Interessen und Hintergedanken?
Das haben die Rankings mit der Statistik gemein: Sie nutzen meist den Interessen der jeweiligen Interessegruppen die sie erstellt hat.
Ich würde es begrüssen, wenn die Medien nicht wirklich für jedes Ranking so viel Platz einräumen würden und wenn ja kritischer zu hinterfragen, welchem (Interessen)zweck welcher Interessengruppe sie dienen.

Sonntag, 09. März 2008, 17:32:09
Bernd Michalski aus Düsseldorf: Herr Sinn hat seinen Beruf verfehlt ;-)
Herr Sinn hätte ein fantastischer Reiseführerschreiber werden können.
So ist er nur Wirtschaftsforscher - na ja, es gibt schlimmeres...
Aber im Ernst. Natürlich ist München ein ganz malerisches Städtchen. Natürlich liegt München genial kurz vor den Alpen. Natürlich ist München mit drei großen Orchestern gesegnet. Respekt! Und dergleichen mehr. Berlin dagegen -
Berlin ist soundsoviele Städte auf einmal. Einfach größer. Einfach unvergleichlich mehr Auswahl. Nicht pro Einwohner vielleicht, aber eben doch einfach viel mehr.
Die Museumsinsel und das Kulturforum. Postdamer Platz und Zoo/Charlotttenburg. Unter den Linden und bald hoffentlich wieder das Schloss. Der Tiergarten, Charlottenburger Schloss und Park. Vor den Toren das malerische Potsdam - das allein schon alle Baudenkmale Münchens aufwiegt.
Also der Tourist in mir sagt klar: Berlin. Und hätte ich hier- oder dorthin zu ziehen? Auch Berlin. Nach München kann man immer mal "au weekend" :-)

Sonntag, 09. März 2008, 17:06:24
Stefan Bernius aus münchen: fadeste stadt deutschlands
Zitat Sinn: "Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen."
Na dann bestätigen sie doch mal was aus eigener erfahrung herr sinn !
sie bedienen den leser mit allgemein zugänglichen wahrheiten, die an unpersönlichkeit kaum zu übertreffen sind. passt aber ganz gut zu münchen, glückwunsch zu der punktlandung !
grüße aus münchen stb

Sonntag, 09. März 2008, 15:39:07
Thomas Oppermann aus Berlin: Die FAS hat Recht
Seien wir doch ehrlich - der ganze Hype um Berlin als Hauptstadt der Creativen stimmt und stimmt auch nicht.
Ich wohne am Boxi, wo sich die neue Elite der creativen Hauptstadt trifft und arbeite selbst in der Szene. Wer hip ist kommt zum Studieren nach Berlin (gerne aus Stutgart, München, Hamburg oder New York).Aber: Wer etwas kann und eine gut bezahlte Arbeit sucht (anstelle von 3 "Projekten" und einem Dauerjob als Taxifahrer) der ist nach dem Studium zurück - nach München, Stuttgart oder Hamburg oder nach New York oder San Fran. So falsch liegen das Establsihment von FAS und Roland Berger also nicht.

Sonntag, 09. März 2008, 15:23:02
Anna Momberger aus Frankfurt: Verpaßt Chancen
Auch ich bin entsetzt.
Dieses lächerliche Ergebnis weckt Zweifel an den sonst geschätzten Auftraggebern der Studie und vorallem an Vorgehensweise der Roland Bergerleuten.
Absurt zum Beispiel,wenn Frankfurt beim Clubangebot an letzter Stelle steht und ein renomierter banker dazu befragt wurde und in FAZ zitiert wird.
Als Bewunderin der Entwicklung Berlins,und trotz meiner Liebe zu München,empfinde ich die Nr.1 im ranking ebenso "daneben" wie Hamburg hinter Stuttgart,und ausgerechent unser Frankfurt vor Berlin!
Waren das wirklich aufmerksame,bewußt lebende Menschen,die sich in den Städten umgeschaut haben?
Und nun klopft man sich an die Brust und wird dieses
Ergebnis immer wieder selbstgefällig in Frankfurt zititeren.
Dabei hätte ein kritischeres Ergebnis viel bewegen können!

Sonntag, 09. März 2008, 14:55:43
Sascha-Andre´ Liehr aus Berlin: Arbeitnehmer-Ranking & Etikettenschwindel
Die Kreative Klasse im Sinne von Richard Florida (Flight of the Creative Class) umfasst alle hochqualifizierten Arbeitnehmergruppen. Das in diesem Zusammenhang veröffentlichte Ranking ist deshalb kaum überraschend.
Folgerichtig ziehen denn auch die Gutausgebildeten Arbeitnehmer an Standorte der großen Firmen.
Und dennoch handelt es sich wohl eher um verkaufsfördenden Etikettenschwindel. Eine "Kreative Klasse" und/oder deren Schlussfolgerung "lebendigste Städte" suggeriert einen Ort der Künstler & Kulturschaffende anzieht.
Wer sich den globalen Zeitgeist der letzten Jahre anschaut kommt daher von Platz eins bis drei nur auf einen Namen, Berlin !

Sonntag, 09. März 2008, 14:42:30
Konrad Küehn aus Frankfurt: München ist gemütlich
Die Münchener halten sich immer für sehr kreativ. Köln, Berlin und Frankfurt sind aber mindestens genauso kreativ. München erinnert mich immer an eine künstliche Spielzeugeisenbahnlandschaft. Frankfurt ist nicht schön, aber real, lustig und kreativ!

Sonntag, 09. März 2008, 14:26:21
Peter Müller aus Berlin: Nichts neues aus Frankfurt
Die geringschätzige Meinung der FAZ-Redakteure über Berlin, allen voran die von Herrn Seidel, kennen wir bereits seit Jahren. Ob sie noch der Realität entspricht, wage ich stark zu bezweifeln.
Zweifellos, München und Stuttgart sind sehr wirtschaftskräftige Städte, aber wenn die Redakteure das dortige Ambiete als "kreativ" bezeichenen, dann haben sie zweifellos in den vergangenen drei Jahren die Entwicklung der Kreativindustrie in Deutschland verschlafen.

Sonntag, 09. März 2008, 12:56:19
Ricardo Salva aus Nürnberg / Berlin: Anwälte?
Wer Anwälte zu den Kreativen zählt (Faz / Roland Berger), ist selbst sehr kreativ. Ob er damit zu den richtigen Ergebnissen bei einer Umfrage kommt, ist eher zweifelhaft.

Sonntag, 09. März 2008, 12:01:16
Markus Sowada aus Frankfurt: München? Stuttgart? Nicht wirklich, oder?
Wie mein Vorredner etwas überspitzt geschrieben hat, so gehen die Autoren der Studie natürlich von bestimmten Parametern aus. Diese treffen nun wirklich nicht einmal auf einen grossen Teil aller in Frage kommenden Betroffenen Kreativen zu.
Ich bewege mich im Bereich Internet, Web 2.0, Design und wenn Sie da fragen würden, wohin es die Leute zieht (national wie international), so würde man gefühlt nur eine einzige Antwort bekommen: Berlin, Berlin, Berlin, Berlin, ..
Es gibt schon seit einigen Jahren ein unerhört kreatives Potential, welches auch immer mehr und immer neue jungen gute und sehr gute Köpfe anzieht. Genau diese Klientel bekommen sie mit Sicherheit weder nach München noch nach Stuttgart. Beide Städte stehen da eher für Vergangenheit. Das sind natürlich nur subjektiv empfundene Gedanken. Dennoch betreibe ich mein Business schon eine ganze Weile und ich kann sagen, dass ich noch niemals vorher erlebt habe, wie stark eine Stadt/eine Szene gute Leute anziehen kann. Viva Berlin!

Sonntag, 09. März 2008, 11:11:10
Muster Mann aus Leipzig: Schlechter Verlierer
"Roland Berger Strategy Consultants" und "FAS" haben ganz eigene Vorstellungen von der kreativen Klasse. Das zeigt unter anderem auch die muffige Aufmachung dieses Artikels im "Graffiti-Look" - sieht ein wenig aus wie ein Schulranzen Design aus den 90ern!
Da ist es dann auch kein Wunder das München und Stuttgart auf den Ersten Plätzen landen. Keine Frage, diese Städte haben auch das höchste wirtschaftliche und wissenschaftliche Potential in diesem Lande.
Da geht man als Kreativer auch hin - wenn es gar nicht anders geht. Man bezieht man ein Wohnklo, 10 km ausserhalb der Stadt. Auf dem Weg ins Büro geht einem die Architektur der kleinkarierten Nackriegs - Moderne auf den Nerv. Abends hängt man auf stumpfen Partys rum wo Kokain die einzige Atraktion ist... Hoffentlich kann ich noch eine Weile hier bleiben.


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